Mit Christus – unterwegs mit den Menschen

So lautet das Leitmotiv für unsere Gemeinde und damit auch für die Arbeit des Gemeinderats. Es soll Richtschnur und zugleich kritischer Maßstab sein, an dem wir unser Engagement und unsere Entscheidungen messen lassen wollen. Wir wissen: Das ist eine anspruchsvolle Verpflichtung!

„Mit Christus“: Der Beginn des Leitmotivs macht deutlich, dass der Gemeinderat nicht alles alleine und nicht alles aus eigener Kraft schaffen kann und muss. Christus gibt nicht nur einen Auftrag, um sich dann gleichsam „rauszuhalten“. Die Mitglieder des GR vertrauen darauf, dass Christus an unserer Seite bleibt, uns hilft, bei den manchmal beschwerlichen Schritten nicht ins Straucheln zu kommen oder gar zu resignieren und aufzugeben. Die Erzählung von der Begegnung der Jünger von Emmaus mit dem auferstandenen Christus, die am Ostermontag in der Eucharistiefeier vorgetragen wird, ist für uns Ermutigung:

  • Er begleitet uns gerade dann, wenn wir es am wenigstens vermuten: in unserer Enttäuschung, Mut- und Hoffnungslosigkeit; wenn die Zukunft uns mehr ängstigt als verlockt.
  • Er öffnet uns die Augen, damit wir erkennen, was ihm wichtig ist: die Menschen, ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst – vor allem der Armen und Bedrängten. (Vgl. das 2. Vatikanische Konzil in der Konstitution „Die Kirche in der Welt von heute“ Nr.1)
  • Er kann uns „umdrehen“, damit wir nicht in die falsche Richtung, in ausweglose Sackgassen gehen, sondern erstrebenswertes Ziel verfolgen.
  • Er stärkt uns in der Eucharistiefeier am „Tisch des Wortes und Brotes“, damit wir nicht von den kümmerlichen Angeboten einer gedankenblassen und den vielfältigen Hunger nicht stillenden Event-Gesellschaft leben müssen und menschlich verhungern.       

„Mit Christus“: Das gibt dem Gemeinderat, aber auch allen, die sich zur Gemeinde zählen – und hoffentlich vielen Menschen darüber hinaus – eine große Gelassenheit und Zuversicht.

„Unterwegs“: Dieses Wort macht uns deutlich, dass wir nicht schon am Ziel sind; nicht aus einer vermeintlich höheren Warte unseren Mitmenschen in Gemeinde und Gesellschaft kluge Ratschläge oder gar fertige Rezepte für ein „richtiges“ Leben anzubieten haben. Wir bleiben unterwegs, teilen darum mit unseren Zeitgenossen Fragen und Sorgen, aber natürlich auch Träume, Freuden und die Momente des Glücks und der Zufriedenheit. Zu Beginn des Christentums wurden diejenigen, die sich zu dieser Gemeinschaft bekannten, als „Die-auf-dem-Wege“ bezeichnet. Wir befinden uns also in alter, aber durchaus guter Gesellschaft.

„Mit“: Christinnen und Christen werden oft angehalten, „für“ andere da zu sein, etwas „für“ andere zu tun. Das geschieht sicher zumeist mit guter Absicht. Doch dieses „Für“ führt häufig zu Überforderung und Enttäuschung auf der einen und zu bequemer Konsum- oder Anspruchshaltung, aber auch zu Verlegenheiten und Missverständnissen auf der anderen Seite. Außerdem: Wir wissen oft nicht, was „für die anderen“ gut und richtig ist und wie sie sich selbst aus ihrer Notlage befreien können oder wollen, um auch ihre Würde zu bewahren. Darum ist für alle Beteiligten heute das „Mit“ die humane Form des „Für“. 

„Menschen“: Der Gemeinderat möchte nicht nur unterwegs bleiben mit der Gemeinde – und die Gemeinde kann nicht nur „mit sich selbst“ unterwegs sein, nicht nur „im eigenen Saft schmoren“. Die Gemeinde als Ganze ist nur dann auf dem richtigen Weg, wenn sie die Wege der Menschen teilt; wenn sie nicht nur auf ausgetretenen Pfaden weitergeht, sondern auch neue Wege erschließt, um überraschende und bereichernde Begegnungen mit den Menschen zu ermöglichen. Das betrifft zunächst und ganz konkret die Menschen in unserem Stadtteil Hüllen. Aber der wache Blick der Gemeinde wird auch die engen Grenzen unserer kleinen Welt überwinden, um die Menschen wahrzunehmen, die weltweit unsere Hilfe und unsere Solidarität brauchen.

Diese wenigen Hinweise mögen reichen, um erahnen zu lassen, welche Bewegung das Leitmotiv auslösen und welche Impulse es unserem Gemeindeleben und dem Miteinander in unserer Lebenswelt geben könnte, wenn wir es bescheiden, aber entschieden in kleinen Schritten verwirklichten.

                     

Edgar Utsch, Vorsitzender des GR   

Tel:0209-23736

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