Filialkirche Liebfrauen Neustadt

Mit der Industrialisierung um die Mitte des 19. Jh. entwickelte sich aus einer kleinen Landgemeinde allmählich die Stadt Gelsenkirchen.

Die ersten Kohlenfunde auf der Flur "Wiehagen", die seit 1880 den Namen "Neustadt" trägt, 
sowie der Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn ließ die Bevölkerung sprunghaft ansteigen. Von Überall her zogen stets neue Arbeitskräfte nach Gelsenkirchen.

Als durch Kohlefunde und nachfolgendem Einzug der Industrie im Jahre 1890 die Zahl der Gemeindemitglieder von St. Augustinus geradezu sprunghaft etwa 40.000 Seelen erreichte, wurde eine Teilung und Neuorganisation der kirchlichen Gemeinden unumgänglich.

In der Neustadt war die Zahl der Gläubigen auf fast 5000 angewachsen.

Daher erhielt die Neustadt zu Ostern 1890 einen eigenen Seelsorger.  Der Bau der heutigen Liebfrauenkirche erfolgte im Jahre 1894.

Zwei Jahre später, am 15. Juni 1896, wurde die Kirche geweiht.

Die Liebfrauenkirche ist heute das Gotteshaus für die 1400 Gemeindemitglieder der Neustadt.

Zudem gibt sie der italienischen und spanischen Gemeinde Heimat und ist auch

die Kirche der katholischen Jugend der Stadt Gelsenkirchen.

Zur Gemeinde gehören das Philipp-Neri-Zentrum (für die katholische Jugend), zahlreiche Seniorenwohnungen und der Friedhof an der Hohenfriedberger Straße in Ückendorf.

Seit 1996 gibt es auch wieder eine enge Kooperation mit der Propsteigemeinde, so dass der Propst der Pfarrer beider Gemeinden ist, und auch die Gremien beider Gemeinden eng zusammenarbeiten.

Die Ausmalung

Die Liebfrauenkirche ist seit ihrem Bestehen insgesamt fünfmal ausgemalt worden.

Bei der Renovierung von 1983/84 kamen die alten Malereien vonHeinrich Nüttgens aus Angermund (1903) wieder zum Vorschein. Besonders bei der Westwand des großen Chorbogens wurde das Bildprogramm erneuert.

Sie zeigen oben den Weltenrichter mit anbetenden Engeln, unten rechts den hl. Georg, Patron der ersten Kirche von Gelsenkirchen, und links den hl. Suitbert, ein

angelsächsischer Glaubensbote an Rhein und Ruhr um 700, und schließlich an den Seitenwänden des Chorraums Darstellungen der vier Evangelisten.

Zur öffentlichen Verehrung des Altarsakramentes besitzt die Liebfrauengemeinde zwei Monstranzen. Die eine stammt aus dem Jahre 1896, die zweite wurde im Jahre 1982 von dem Kölner Künstler Albert Wüsten in neugotischen Formen gefertigt.

Der Tabernakel des ehemaligen Hochaltars steht heute in der kleinen Sakramentskapelle nördlich des Chores.

Die einst rechts und links neben dem Tabernakel angebrachten Relieftafeln sind seit dem Abbruch des alten Altaraufbaues im Jahre 1966 an einer anderen Stelle platziert.

Die Tafel mit der "Hochzeit zu Kanaa" ist jetzt neben der Sakristei, diejenige mit dem "Letzten Abendmahl" in der Sakramentskapelle über dem Tabernakel aufgehängt. Das Altarkreuz wurde auf den ehemaligen Stab des Kirchenschweizers aufgesetzt und dient jetzt als Vortragekreuz.