Propsteikirche St. Augustinus Altstadt

Die Wurzeln des christlichen Lebens im Zentrum von Gelsenkirchen liegen seit je her am heutigen Heinrich-König-Platz. Seit etwa 1000 Jahren beten hier Menschen, wird hier das Wort Gottes verkündet, werden hier die Sakramente gespendet. 
Ungefähr dort, wo heute die Evangelische Altstadtkirche steht, befand sich die erste Kirche. Nach dem Einzug der Reformation in Gelsenkirchen wurde dieses Gotteshaus bis zum Jahr 1845 von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt. Diese alte, dem Hl. Georg geweihte Kirche hat damals der Siedlung ihren Namen gegeben: Gelstenkerken. 

Am 3. Oktober 1845 konnte an dieser Stelle eine neue katholische Kirche geweiht werden; für sie wurde als Patron der Hl. Augustinus ausgewählt. Durch die wachsende Industrie stieg die Bevölkerungszahl im 19. Jahrhundert rasch; die Kirche war bald zu klein.  

1874 legte Pfarrer Ludwig Schulte den Grundstein des heutigen Gotteshauses im neugotischen Stil; 1892 wurde es geweiht; 1904 wurde sie zur Propsteikirche erhoben. Am 6. November 1944 wurde die Propsteikirche durch Spreng- und Brandbomben bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau begann 1946; die erste Heilige Messe wurde 1948 gefeiert. Zwölf weitere Jahre vergingen bis zur endgültigen Fertigstellung. Entsprechend der liturgischen Vorschriften nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde die Propsteikirche St. Augustinus 1972 umgebaut. Zwischen 1988 und 1991 wurde sie umfassend restauriert und erhielt ihre heutige Gestaltung.

3300 Gemeindemitglieder zählt die Propsteigemeinde. Im Zuge der Neuordnung der Pfarreien im Bistum Essen wuchs die Pfarrei 2007 um vier weitere Pfarrgemeinden und zählt nun rund 25.000 Mitglieder.
Von den Wurzeln des christlichen Lebens im Zentrum Gelsenkirchens wuchs auch das karitative Engagement der Innenstadt-Pfarrei: von der Gründung des Marienhospitals 1869 an der Kirchstraße (dem heutigen Standort des Kindergartens Kirchstraße), dem Neubau gegenüber des heutigen St. Vinzenz-Hauses und dem Umzug in den 1970er Jahren an die Virchowstraße über die Einrichtung der Kindergärten, des St. Vinzenz-Hauses und der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef an der Husemannstraße bis zur Einweihung der Arche Noah Kurzzeiteinrichtung und Hospiz für Kinder auf dem Gelände des Marienhospitals. Als eine der ersten deutschen Pfarrgemeinden überführte die Propstei-Pfarrei St. Augustinus 1996 ihre sozial-karitativen Einrichtungen in eine betriebswirtschaftliche Organisation: die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH mit zunächst drei und heute vier Betriebsgesellschaften.