Ein Neuanfang wird gewagt und alle fassen mit an 

Nach Beendigung des Krieges war die materielle Not zwar noch lange nicht vorbei, aber die Menschen schöpften Hoffnung auf eine bessere Zeit. In St. Josef begannen wie überall in Ückendorf die Aufräumarbeiten. Man ging daran, die schweren Schäden an der Kirche zu beseitigen. Zu Ostern 1947 konnten die Glocken im Turm wieder geläutet werden. Nachdem das Gewölbe wiederhergestellt und ein Notdach errichtet worden war, konnte am 14. November 1948 die Gemeinde wieder ihre Pfarrkirche in Besitz nehmen und Gottesdienst feiern. Am Sonntag, dem 09. Dezember 1951, erklang zum ersten Mal die „neue“ Orgel, gebaut von der Firma Veith (ehemals Eggert) aus Paderborn.

Am 28. Juni 1952 starb im Alter von 79 Jahren Pfarrer Wilhelm Siebers, der seiner Gemeinde 36 lange Jahre als Seelsorger gedient hatte. Ihm folgte am 12. Oktober 1952 Pfarrer Erich Karthaus. Unter Pfarrer Karthaus wurde 1953 der Kirchturm (jetzt nur noch 54 Meter hoch) und das Kirchdach erneuert. Die Kirchturmuhr schlägt seit 1954. Im September wurde das 8 Zentner schwere Kreuz, von der Firma. W. Fuchtmann gefertigt, mit dem vom alten Kirchturm geretteten Hahn auf die Kirchturmspitze aufgesetzt.

Am 02. März 1956 starb Pfarrer Karthaus im Alter von 52 Jahren. Ziemlich schnell wurde für die große Gemeinde ein neuer Pfarrer bestellt. Bereits am 22. April 1956 fand die feierliche Einführung von Pfarrer August Redeker durch den damaligen Weihbischof von Paderborn, Dr. Franz Hengsbach, statt. Pfarrer Redeker sollte 21 Jahre in Ückendorf bleiben.

Der neue Pfarrer setzte nicht nur die seelsorgerische Arbeit seines Vorgängers fort, sondern trieb auch den Ausbau der Pfarrkirche weiter voran. 1957 begann man mit den umfassenden Umbau- und Renovierungsarbeiten, u.a. bekam die Kirche neue Fenster, wobei die Chorfenster bis auf Altarhöhe heruntergezogen wurden; außerdem neue Seiteneingänge, teilweise neues Gestühl, und die Kirche erhielt einen frischen Anstrich. Das gesamte Chor wurde erneuert und mit Marmor ausgelegt. Mittelpunkt war aber der wuchtige Opferaltar mit dem herrlichen Tabernakel, der an die Stelle des alten Hochaltares trat. Die beiden Flügel des alten Hochaltares wurden rechts und links in das Chor eingelassen.

Am 01. Januar 1958 war das neue „Ruhrbistum“ Essen, aus Teilen der Diözesen Paderborn, Münster und Köln gegründet worden. St. Josef gehörte bisher zum Erzbistum Paderborn, jetzt zum Bistum Essen. Erster Bischof wurde Dr. Franz Hengsbach.

Am Osterdienstag, dem 08. April 1958, wurde der neue Hochaltar vom neuen Essener Bischof feierlich konsekriert und die Umbaumaßnahmen fanden damit ihren Abschluß.

Im Jahr 1970 wurde nach den Plänen des Ückendorfer Architekten Karl Heinz Rotthoff unsere Pfarrkirche renoviert, wobei immer noch vorhandene Kriegsschäden, aber auch Bergbauschäden zu beseitigen waren. Hinzu kam, daß durch das Konzil liturgische Veränderungen vorgenommen werden sollten. Im einzelnen wurden die Orgelempore aus Holz durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt, der Turm versteift, Gewölbeschäden beseitigt, der Fußboden erneuert und mit einer Fußbodenheizung versehen, die Kirche neu verputzt und frisch gestrichen.

Auffälligste Veränderung waren aber die völlige Neugestaltung des Hauptportals mit der Öffnung des oberen Fensters und die Versetzung des Opferaltares in die Vierung, so daß der Priester den Gottesdienst zum Volk zelebrieren konnte. Damit verbunden war, daß die alte Altarplatte zu einer Tabernakelstele umgestaltet wurde. Der erste Gottesdienst in der „neuen“ Kirche konnte am 27. März 1971 gefeiert werden.

Am 06. März 1977 wurde Pfarrer August Redeker nach 21 Jahren Pfarrer von seiner Gemeinde verabschiedet. Er zog nach St. Laurentius GE-Horst, wo er am 06. April 1985 sein goldenes Priesterjubiläum feiern konnte. Er starb am 09. März 1987 und ist auf der Priestergruft des Friedhofes Horst Süd begraben.

Nur wenige Tage nach der Verabschiedung des alten Pfarrers wurden am 13. März die neuen Pfarrgeistlichen Pater Josef Tobolski als Pfarrer und Pater Stephan Kolodzej als Kaplan eingeführt. Unser Bischof nahm die Gelegenheit wahr, die Einführung persönlich vorzunehmen. 

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