Katholikentag 2016 - wir waren dabei!

von Michael Kampmann Pfarrei

14 Personen bei der gemeinsamen Fahrt der Propsteipfarrei zum Katholikentag in Leipzig

Bei einem Vortreffen hatte sich die Gruppe kennengelernt und erste Ideen für die Programmgestaltung aus den 7000 Veranstaltungen ausgetauscht. Am Mittwoch vor Fronleichnam machten sich dann neun Personen mit dem Auto und fünf Personen mit dem Bus auf den Weg zum 100. Deutschen Katholikentag nach Leipzig. Ein Teil der Gruppe wohnte etwas außerhalb von Leipzig im Hotel, die anderen wohnten vermittelt durch persönliche Kontakte bei interessanten Gastgebern. 

Nach der Eröffnungsfeier am Mittwochabend luden die ostdeutschen Diözesen zur Begegnung an ihre Stände ein. Ein erster Höhepunkt war am nächsten Tag der Fronleichnamsgottesdienst auf dem Augustusplatz vor der Oper. Ab mittags hatten dann die Kirchenmeilen, die über die Diözesen und über unterschiedlichste Gruppierungen und Angebote der Kirchen informierten, geöffnet. Ab dem  Nachmittag  gab es bis Samstagabend eine unzählig große Anzahl von thematischen Foren und Workshops. Die TeilnehmerInnen unserer Gruppe hatten sich das Programm entsprechend ihren persönlichen Bedürfnissen und ihrer Kondition zusammengestellt.

Von zwei Angeboten, die ich besucht habe, möchte ich berichten. Für meine eigene Spiritualität war von Bedeutung, dass ich eine neue Bibelmethode, den Bibliolog kennenlernte: Die Gesprächsleitung las mit den Gesprächsteilnehmern abschnittweise einen biblischen Text. Die TeilnehmerInnen waren dann eingeladen, sich mit den  Personen des Textes zu identifizieren. Wer mochte, konnte der Gruppe erzählen, wie er/sie die biblische Perikope aus der Perspektive der biblischen Gestalt erlebte. Nach einer Zeit wurde weitergelesen und an einer neuen Stelle angehalten. Dann wurde wie soeben beschrieben erneut verfahren. Diese Methode hat mir sehr geholfen, die Botschaft des Textes für mich neu zu verstehen. Ein anderer Workshop könnte für meine Arbeit von besonderer Bedeutung sein. Ich habe den sogenannten Alphakurs kennengelernt - Ein Angebot, das Menschen, die kaum etwas vom christlichen Glauben wissen, damit in Berührung bringen will: 10 Abende, die mit einem gemeinsamen Abendessen beginnen, dann schließt sich ein Glaubensimpuls und ein gemeinsames Gespräch über den Impuls an. Diese wenigen Sätze können nicht mehr als Appetitanreger sein. Wer mehr wissen möchte oder eines der Beispiele mal ausprobieren möchte, spreche mich gerne an.

Der Katholikentag bot der Gruppe viel Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen,  Veranstalten zu besuchen und neue Impulse zu bekommen, Musik zu hören, gemeinsam zu essen, die Stadt zu erkunden und Gottesdienst zu feiern. In einem Umfeld, in dem es nur 4% Katholiken gibt, lernte ich eine interessante Alternative zur manchmal für Viele beschwerlichen Fronleichnamsprozession kennen. Wir versammelten uns am Fronleichnamsabend zu einer Lichtfeier auf dem schon erwähnten Augustusplatz. Um uns herum zog eine kleine Prozessionsgruppe, die an fünf Stellen zu einer Statio Halt machte und unterschiedliche Aspekte des Lebens aus dem Glauben zum Thema machten. Eine bewegende Feier des Glaubens. 

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Die anderen Teilnehmerinnen, die sich am Sonntagmittag nach vier gefüllten Tagen mit mir wieder auf den Heimweg machten, würden sicher anders von den Tagen in Leipzig erzählen. Sie haben ja zum Teil auch ganz andere Erfahrungen gemacht. Vielleicht sind Sie beim nächsten Mal dabei, wenn der 101. Katholikentag nach Münster ruft. Ich bin gespannt, was Sie dann zu erzählen haben. 

Michael Kampmann,  Pastoralreferent in der Pfarrei St. Augustinus, Tel.: 925858 - 23 

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