Zum Hauptinhalt springen

Vorsicht Baustelle! Hier entsteht…

In diesem Jahr entsteht in unserer Kirche St. Augustinus ein Garten. In das triste Grau der Jahreszeit und der Pandemie hinein wird es grün und bunt.

Anders als sonst werden wir in der Fastenzeit nicht auf Blumen verzichten, sondern sie uns ganz bewusst ins Haus holen (sogar Osterglocken). Und jede Blüte wird uns in dieser Zeit der Sehnsucht und des Fehlens an IHN erinnern, Jesus aus Nazareth, den Komplizen unserer Hoffnung.

Wir wollen ein sichtbares und erlebbares Hoffnungszeichen setzen und gleichzeitig dazu einladen, das Werden und Wachsen des Gartens zu entdecken und mitzuerleben.

Denn unser Garten wächst bis Ostern und erzählt dabei die Passionsgeschichte Jesu. Eine Geschichte voller Leidenschaft, Angst, Trauer, Hoffnung und grenzenloser Liebe.

Herzlich willkommen!

Von Aschermittwoch bis zum ersten Fastensonntag

An Aschermittwoch werden wir daran erinnert, dass wir letztlich nur aus Asche/Staub bestehen. Wie unwichtig wir sind. Zugleich sind wir für GOTT unendlich wichtig. Er „brennt“ für uns.

Aus Asche kann Neues entstehen. Asche ist Düngemittel für Pflanzen. Bringen Sie Ihre Aschereste in unseren Garten und helfen Sie so mit, dass die Pflanzen kräftig werden und erblühen können.

Auf dass Neues entsteht, wie der Phönix aus der Asche, wie ewiges Leben aus dem Tod.

2. Fastensonntag: Die Verklärung Jesu

Jesus begibt sich mit drei seiner Jünger:innen auf einen hohen Berg. Auf einmal wird Jesus vor ihren Augen verwandelt und GOTT spricht „Dieser ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“

Die drei sind beeindruckt und durcheinander. Doch Jesus erdet sie und führt sie wieder vom Berg hinunter.

Was bleibt von der himmlischen Höhe? Mindestens eine bohrende Frage: Was ist das: Von den Toten auferstehen?

In unserem Garten entsteht in dieser Woche eine Sonne. Sie steht stellvertretend für die Verklärung Jesu, aber vor allem für das Licht der Auferstehung. Es leuchtet hier schon einmal kurz auf.

Nein, es ist längst nicht alles klar. Aber da ist ein Hoffnungsschimmer. Ein strahlendes Licht! Die Aussicht, dass nicht einmal der Tod das Ende ist.

3. Fastensonntag: Die Tempelreinigung

Manchmal, wenn uns etwas so richtig ärgert, dann ticken wir aus. Dann bläht sich da so ein riesiger Wutknubbel im Bauch auf und ein reflektiertes Handeln ist unmöglich.

Da tut es gut zu hören und zu lesen, dass wir dabei in guter Gesellschaft sind. Als Jesus die Händler im Tempel entdeckt, flippt er aus, stößt ihre Tische um und wirft sie raus.

Sympathisch menschlich irgendwie!

In unserem Garten entsteht im Augenblick das Felsengrab. Hier ist Platz für unsere Wut, unseren Ärger, unsere Trauer und unsere Klagen. Denn sie gehören zum Menschsein und insbesondere auch zur Pandemie/zum Lockdown und brauchen eine Ausdrucksmöglichkeit.

Wer mag, darf all seine/ihre Belastungen auf einen Zettel schreiben und „begraben“; in der Hoffnung, unbeschwerter und erleichtert weitergehen zu können. GOTT (er)trägt mit.

4. Fastensonntag

Unser Garten wächst weiter, in diesen Tagen entsteht Gethsemane. Ein weitläufiger Garten, auch mit dunklen Ecken, in denen man sich verstecken kann. Und zugleich ein Garten, wo das Licht durch die Sträucher und Bäume bricht und hinweist auf den Retter. Finsternis und Licht, beides gehört zu uns. Niemand weiß das besser als GOTT. Dennoch oder gerade deswegen ist sein Rettungswille ungebrochen, ist seine Liebe grenzenlos: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jede:r, der/die an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Johannesevangelium 3,16).

5. Fastensonntag

Es geht um Entscheidung: Wofür will ich mein Leben einsetzen? Was zählt?

Jesus gibt eine scheinbar simple Antwort, die in der Umsetzung aber alles andere als leicht ist. Wenn eine:r mir dienen will, folge er/sie mir nach (Johannesevangelium 12,26).

Nachfolge bedeutet Mitwirkung am Anbruch des Reiches Gottes schon hier bei uns auf der Erde, Einsatz für das Gute, für den/die Nächste:n. Eine Lebensaufgabe, die Jesus konsequent bis zur Lebensaufgabe umgesetzt hat. Und das ganz brutal am Kreuz.

Im Garten in unserer Kirche entsteht Golgotha, der Ort der Kreuzigung Jesu. Er erinnert uns an das, was da auf uns zukommt: Angst, Gewalt, Tod, Trauer. Er weist aber auch schon darauf hin, dass Jesu Tod am Kreuz nicht das Ende ist.

Palmsonntag

Jubel, Freude, Partystimmung auf der Straße. Jesus zieht in Jerusalem ein. Man rollt ihm sozusagen den roten Teppich aus. Begeisterung begleitet ihn – und kippt nur wenig später. Denn der Mann aus Nazareth ist vielen doch zu unbequem. Am Palmsonntag finden wir in den Texten der Bibel so viele Emotionen wie selten, überschäumende Freude, lähmende Angst, abgrundtiefen Hass und tiefe Verzweiflung. Wie bereiten Sie sich auf Ostern vor? Welche Emotionen sind Ihnen gerade am nächsten?

Im Ostergarten legen wir Palmzweige aus und verbinden uns mit der Freude über den Einzug Jesu in Jerusalem.

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag feiert Jesus mit seinen Jünger:innen das „Letzte Abendmahl“. In der katholischen Kirche ist daraus die Feier der Eucharistie entstanden. Am Gründonnerstag beschäftigen sich unsere Kommunionkinder mit dem Abendmahl Jesu und finden, als Nachfolger:innen der Jünger:innen, ihren eigenen Platz am Tisch Jesu.

Symbolisch liegt dafür in unserem Garten eine Picknick-decke, um die herum die Namen der Kommunionkinder gruppiert werden.

Wo ist Ihr Platz am Tisch Jesu? Welchen Platz an Ihrem Tisch würden Sie IHM anbieten?

Karfreitag

An Karfreitag erinnern wir uns an das Leiden und Sterben Jesu. Die Passion lädt uns ein, Jesu Kreuzweg mitzugehen, seine Angst, seine Verzweiflung, sein Scheitern und seinen grausamen Tod nachzuempfinden.

Im Ostergarten wird der Stein vor das Grab gerollt und es besteht die Möglichkeit zur Verehrung des Kreuzes mit Blumen.

Dazu ein Segen der ev. Theologin Christina Brudereck:

„Segen für die Passion, die Zeit der Schmerzen. Segen für jede Zeit, in der Leben nicht sichtbar ist. Für jeden Moment, der den Frühling herbeisehnt. Segen für das Fasten, die Zeit, in der unser Grund zur Feier noch aussteht. Segen für jeden Verzicht. Segen für die Zeit des Abschieds. Wir erwarten den dritten Tag. Wir erwarten Jesus, den Christus. Mögen wir mit ihm erleben: Freiwillig übernommenes Leiden hat verändernde Kraft. Noch warten wir und verstehen nicht ganz. Mögen wir mit ihm erleben: Auch vermisst zu werden, ist eine Art anwesend zu sein. Mögen wir dann mit ihm erleben: Die Liebe ist stärker als der Tod. Mögen wir Funken erleben und Osterfeuer. Freude, Euphorie. Auferweckungsenergie. Segen für unsere Hoffnung. Segen, um selber zu lieben. Eine Brücke zu sein. Zu versöhnen.“

Osternacht

Das Grab ist leer! Der Stein ist bei Seite gerollt. Unfassbar, großartig! Halleluja!

überliebt

da gibt EINER sein kind für so viele

da liebt EINER so unendlich

plötzlich hat der tod keine macht mehr

die liebe überschreitet alle grenzen

jesus überlebt, weil er überliebt (wird)

und baut uns eine brücke

auferstehung

wir feiern das leben

(Astrid Jöxen)

Ostermontag

Dieses Ostern, das ist so ungeheuerlich, so noch nie dagewesen, dass es braucht, bis die Jünger:innen es wirklich fassen können, bis Kopf und Herz verstehen und „brennen“.

Davon berichtet unter anderem die Emmauserzählung aus dem Lukasevangelium:

„Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück.“ (Lukasevangelium 24, 30-33a)

Was brauchen Sie, um einstimmen zu können in den Osterjubel, in das HALLELUJA? Was entzündet Ihr Herz?