Gastfreundschaft leben

Gemeinde St. Augustinus

Liebe Pfarreimitglieder,

Gott sorgt wirklich für uns, oftmals viel origineller und kreativer, als wir uns das vorstellen können. Die Ferien- und Urlaubszeit ist eine gute Gelegenheit, dies zu erfahren – und zu leben.

An diesem Wochenende beginnen die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen.
Aber ehrlich gesagt fühlt es sich in diesem Jahr etwas anders an. Nach den letzten Monaten des Ausnahmezustandes sind auch jetzt die Ferien irgendwie anders als sonst.
Mit Urlaub verbinden viele von uns auch Gastfreundschaft. Wir fahren an fremde Orte und in fremde Länder und freuen uns, wenn wir dort gastfreundlich aufgenommen werden.
Um Gastfreundschaft geht es auch immer wieder im Evangelium: Jesus macht Mut, sich auf den Weg zu machen, ganz konkret in seiner Nachfolge. Das ist nicht immer einfach und diese Reise bringt oft auch viele Entbehrungen mit sich. Da findet Jesus klare Worte, denn wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und ihm nachfolgt ist seiner nicht würdig, so sagt er uns. Aber es lohnt sich!
Gott sorgt für uns – manchmal auch auf eine Weise, die sich uns erst im Nachhinein erschließt.
Da war ich vor vielen Jahren mal auf einer Wandertour durch Israel, mitten im August. Die Sonne schien heiß und die Füße taten nach vielen Kilometern schon echt weh. Wir waren mit unserer Gruppe gerade in Kanaa angekommen und suchten einen Laden wo wir uns etwas zu trinken und Essen für das Abendbrot kaufen konnten. Doch alle Geschäfte waren geschlossen und weit und breit kein Straßenhändler zu sehen. In unserer Not sprachen wir eine Frau auf der Straße an, ob sie wüsste wo wir etwas kaufen könnten. Die Dame war so nett und nahm uns mit in ihren Garten. Dort bot sie uns frisches Obst an, wir konnten eiskaltes, frisches Brunnenwasser trinken, unsere Wasserflaschen auffüllen und uns im Schatten der Bäume etwas ausruhen. Geld wollte sie keines, sondern sich nur etwas mit uns unterhalten. Unser Dank bestand dann aus einem Ständchen und einer herzlichen Verabschiedung.
Jesus sagt: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Gott sorgt wirklich für uns. Oftmals viel origineller und kreativer wie wir uns das in unserer Kleinkariertheit vorstellen können.
Gastfreundschaft leben
In diesem Jahr wird die Ferienreise vielleicht nicht weit weg gehen, aber die Gastfreundschaft und dass sich gegenseitige Aufnehmen hängt ja nicht von einer Fernreise ab und kann auch zu Hause gelebt werden. Das kann gelingen, wenn man einfach nur dem, den man am Nächsten hat, etwas Gutes tut. Zum Beispiel ein kühles Getränk bei der Gartenarbeit, das kann schon so etwas Gutes sein!
Oder vielleicht mal jemandem etwas Gutes zu tun, den ich gar nicht kenne, oder von dem ich selbst noch nie etwas Gutes bekommen habe... Das ist wahrscheinlich die größere Herausforderung. Aber so oder so, der Lohn im Himmel ist uns dafür gewiss – und jede Menge Überraschung und Freude!
Ihnen allen, frohe und gesegnete Sommerferien und jede Menge Gastfreundschaft!
Ihre Gemeindereferentin Martina Melles.

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