Das Votum zum PEP

In jeder Ausgabe der LEBENSBAHNEN habe ich in den vergangenen zwei Jahren über den jeweiligen Stand im Pfarreientwicklungsprozess (PEP) berichten können. Nun haben unser Kirchenvorstand und unsere Pfarrgemeinderat nach zunächst lebhaften Diskussionen das Votum an unseren Bischof doch sehr einmütig entschieden.

Folgende Aspekte scheinen mir sehr relevant:

Gebäude

Die Zielvorgabe unseres pastoralen Konzepts hat eindeutig den Schwerpunkt "Nähe". Aus diesem Grund sollen in jedem Stadtteil der Pfarrei Orte für katholisches kirchliches Leben erhalten bleiben!

 

Personal

Unser pastorales Konzept erfordert in erheblichem Umfang ehrenamtliche Leistungen. Als Folge ergibt sich ein nicht zu unterschätzender Aufwand für die Koordination und Disposition der unterschiedlichen Tätigkeiten.

 

Projekte

Die Vielzahl der in den letzten Jahrzehnten von der Pfarrei entwickelten innovativen Projekten (Obdachlosenbetreuung im Wilhelm-Sternemann-Haus, Jugendkirche in der Liebfrauenkirche, Kinderhospiz „Arche Noah“, Citypastoral im Kirchenladen am Augustinus, pfarrübergreifende Firmvorbereitung usw.) sollen weitergeführt und ausgebaut werden. Diese pfarrlichen Initiativen der Vergangenheit waren schon vorher Teil unseres Pastoralen Konzepts und sollen es auch in Zukunft bleiben. Die Fortführung und der Ausbau dieser Projekte sind auch in künftigen Zeiten wirtschaftlich zu sichern – selbstverständlich nur zu einem geringen Teil durch die Pfarrei.
Perspektivisch sind Kooperationsmöglichkeiten angedacht (z.B. Nachbar-Pfarreien, Ökumene), deren wirtschaftliche Anforderungen aber noch nicht absehbar sind.  

 

Zukunftskonzept Immobilien 

Zu den Kirchen im Einzelnen

St. Augustinus als Pfarrkirche mit Siegelwirkung und als wichtiger Ort für die Citypastoral bleibt für die Seelsorge der Pfarrgemeinde unentbehrlich (A).

Die Kirchen St. Josef, St. Thomas Morus, St. Barbara, Herz Jesu und Hl. Familie sind für die Pastoral vorläufig unverzichtbar (B). Die Seelsorge wird dort durch hauptamtliche Mitarbeiterende geleitet.
In unserer schnelllebigen Zeit muss die Notwendigkeit von Diensten und Finanzleistungen hier in den kommenden Jahren stets genau geprüft werden. Die Pfarrei wird nach ihren Möglichkeiten im Haushalt helfen, die Substanz zu erhalten.

Die seit 2007 geschlossene Kirche Hl. Kreuz ist in diesem Jahr an die Stadt Gelsenkirchen verkauft worden und soll bis 2020 zu einem Multifunktionshaus (Kulturzentrum) umgebaut werden.

Die ebenfalls seit 2007 geschlossene St. Mariä Himmelfahrt-Kirche soll in den nächsten Jahren auch einen Käufer finden.

Die Kirche St. Georg (2007 vom Bistum zur „weiteren Kirche“ erklärt, die wir aber pastoral noch nutzen durften) wollen wir ab 2018 als „städtebaulichen Ankerpunkt“ in die Obhut des Bistums übergeben (C1). Pastorale Kernangebote werden hier in der Regel nicht mehr stattfinden.

Die Liebfrauenkirche ist bereits seit wenigen Jahren als „GleisX“ ein Bistumsprojekt. Sie ist als Jugendkirche überregional wichtig, für die Pastoral der Pfarrei aber verzichtbar (C1). Auch hier werden von der Pfarrei initiierte? in der Regel nicht mehr stattfinden.

 

Pfarr- und Gemeindeheime

In jedem Stadtteil wird ein Ort für die räumliche Nähe in der Kategorie "A" beibehalten. Diese Zusage ist bautechnisch nicht zwingend an bestehende Gebäude gebunden, sondern soll deutlich signalisieren: Es wird "dauerhaft" in den Gemeinden einen Ort geben, an dem christliche Gemeinschaft gepflegt werden kann.

 

Fazit

Ich bin sehr dankbar, dass durch die Mithilfe von sehr vielen engagierten Pfarreimitgliedern gute pastorale Initiativen für die Zukunft eingebracht wurden und dass die gewählten Gremienmitglieder auch kompetent – in Absprache mit den Vertretern des Bistum Essen – ein gutes pastorales und wirtschaftliches sicheres Konzept erstellen konnten. Von Herzen spreche ich allen meinen Dank aus!

 

Manfred Paas