Entwicklungsprozess nimmt Fahrt auf

von Manfred Paas Pfarrei | #pep

Der Pfarrei-Entwicklungsprozess, über den LEBENSBAHNEN schon in der vorigen Ausgabe ausführlich berichtete, nimmt volle Fahrt auf. Mit dem Dreischritt „Sehen – Urteilen – Handeln“ sollen in Arbeitsgruppen Mosaiksteine für ein zukünftiges Handlungskonzept erstellt werden, das der Pfarrgemein- derat und der Kirchenvorstand als Votum bis Herbst 2017 dem Essener Bischof vorzulegen hat. Propst Manfred Paas wird bis nächstes Jahr an dieser Stelle stets über den Stand des Entwicklungsprozesses berichten.

(Auszug aus den Lebensbahnen 1/2016)

Nach einer gemeinsamen Klausurtagung des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes und nach Absprachen im Koordinierungsausschuss, auch mit dem Entwicklungsberater für unsere Pfarrei, Herrn Walter Schäfer, haben zum Jahresbeginn 2016 fünf Arbeitsgruppen damit begonnen, zu „sehen“, was in unserer Propsteipfarrei los ist, was mehr oder weniger gut gelingt. Das „Sehen“ soll die Grundlage für ein Votum schaffen zu dem, was in Zukunft nötig und möglich und vom Glauben her sinnvoll ist. Dabei sind die Bevölkerungsentwicklung und der starke Rückgang der Einnahmen besonders zu berücksichtigen.

In den Arbeitsgruppen treffen sich zwischen 10 und 25 interessierte Mitglieder aus den Gemeinden unserer Propsteipfarrei. Bei den Treffen gab es zu Beginn stets einen geistlichen Impuls mit der Bitte, von Gottes heiligem Geist bei den Beratungen begleitet zu sein.

In der Gruppe?„Pastorale Erlebensorte“ wurde herausgestellt, dass 2030 jede Pfarrei nur noch einen oder?zwei Priester haben wird, einen oder zwei pensionierte Priester zusätzlich (zur Zeit arbeiten zehn Priester in unserer Propsteipfarrei, zusätzlich noch weitere Priester für die muttersprachlichen Gemeinden). Wo Glaube erlebt werden kann, das muss nicht an die heutigen Gemeinden, Verbände und Gemeinschaften gebunden sein, sondern auch Ortsteile können eine Größenordnung sein. Und nicht alle müssen alles leisten. Anhand eines Rasters wurde eine Bestandsaufnahme des gemeindlichen Lebens erstellt.

In der Arbeitsgruppe „Jugendpastoral“ ging es analog um die Zusammenstellung aller Jugendinitiativen in den Gemeinden unserer Propsteipfarrei; ebenso um die Frage, mit welchen Mitteln und Angeboten die Jugend angesprochen werden kann, um mit Kirche/Pfarrei/ Gemeinde in Verbindung zu kommen oder zu bleiben. Während beim ersten Treffen die Bedeutung der Jugendkirche GleisX positiv unterstrichen wurde, wollten die Teilnehmenden bei einem weiteren Treffen ihr nicht zu viel Gewicht für die Jugendarbeit in der Pfarrei beimessen, da sie die Arbeit mit Kindern nicht abdeckt und möglicherweise nur ein temporäres Projekt sei. Der Ausschuss hält die Abänderung des Auftrages angemessen, sich mit Kinder- und Jugendarbeit zu beschäftigen. Für wesentlich halten alle eine kinder- und jugendgerechte Musik in jenen Gottesdiensten, die junge Menschen mitfeiern sollen. Die Zukunft müsse mit der Jugend gestaltet werden. Leider habe sie in der Kirche keine oder zu wenig Lobby.

Die Arbeitsgruppe „Pastorale Außenstellen“, die sich mit der Seelsorge in den sozialen Einrichtungen (Krankenhaus, Altenheim, Kinderheim, Obdachlosentreff usw.) beschäftigt, wendet sich nach einer Bestandsaufnahme nun der Frage zu, wie den Einrichtungen auch in Zukunft ein christliches, menschliches Gesicht verliehen werden kann. Wie sehen dann die Angebote aus? Wer wird sie durchführen? Für die Gruppe ist es wichtig, dass auch die sogenannten „Kirchenfernen“ mit neuen Formen der Religiosität im Blick bleiben.

Auch in der Gruppe „Citypastoral“ wurde engagiert gearbeitet. Die Mitglieder sind überzeugt, dass zum Beispiel ein reflektierter Glaube neue Möglichkeiten eröffnet, dass Projektarbeiten die Übernahme von Ehrenämtern erleichtert und dass die Willkommenskultur in der Kirche verbessert werden kann. Es muss bei allem Einsatz für das Christentum bedacht werden, dass die Kirche bzw. der Glaube nur ein oder zwei Aspekte unter zahlreichen anderen im Alltag vieler Menschen sind.

Sehr erfreulich ist die vielfältige internationale Teilnahme an der Arbeitsgruppe „Muttersprachliche Gemeinden“. Hier ist eine wichtige Frage, ob all diese Gemeinden in Zukunft auch in der Pfarrei St. Augustinus beheimatet bleiben. Nach Einschätzung unseres Bischofs werden die muttersprachlichen Gemeinden im Ruhrgebiet an Bedeutung zunehmen. Auch in dieser Gruppe geht es allen zur Zeit um eine gute Bestandsaufnahme.

Der „Koordinierungsausschuss“ bleibt mit den Verantwortlichen in engem Kontakt und versucht, zur Vernetzung der Überlegungen beizutragen.

 

  • Propst Manfred Paas
  • Klaus Hermandung
  • Gerhard Krentzek
  • Walter Schäfer
  • Peter Schmidt-Kuhl
  • Edgar Utsch
  • Markus Wohlgemuth 

Über den Pfarreientwicklungsprozess hinaus hat sich inzwischen ein Präventionsausschuss unter Leitung von Dorothee Kellner gebildet – besetzt mit engagierten Personen aus allen Gemeinden – und sich bereits zweimal getroffen. Das Präventionskonzept der Pfarrei soll Mitte dieses Jahres fertig werden.

Zurück