Viele Menschen finden nicht mehr die Ruhe.....

Pfarrei

Liebe Gemeinde,

wenn in der Antike ein neuer Herrscher zum ersten Mal in eine Stadt kam, war das auch für die Bevölkerung gut, denn er brachte Geschenke und Gaben mit.

Als Jesus das erste Mal in seine Stadt und in den Tempel (vgl. Lukas 2,49) kam, erkannte der fromme Greis Simeon, was Jesus für Israel und die Menschen bringen wird: Heil, Licht und Herrlichkeit.

Simeon erkennt in Jesus den Heiland und kann mit dieser Gewissheit in Frieden aus diesem Leben scheiden. Hätte Simeon diesen Frieden gefunden, wenn er um den Holocaust gewusst hätte?

Hanna, eine Prophetin im hohen Alter, tritt hinzu. Auch sie erkennt, was sich da ereignet, preist Gott und beginnt, über dieses Kind zu erzählen. Hannah und Simeon können heute für viele alte Menschen stehen, die in unserer Gemeinde durch ihr Gebet Heil, Licht und Leben von Gott erbitten, nicht nur für sich selbst, sondern für Familienangehörige, Menschen in Not und für unsere Welt. Viele Menschen finden nicht mehr die Ruhe und Zeit, sich zurückzuziehen und zu beten. Da ist es gut zu wissen, dass es die treuen Beterinnen und Beter gibt, die stellvertretend in unseren Kirchen und in unseren Familien diesen Dienst tun. Auch den Dienst der Verkündigung, den Hannah im heutigen Evangelium übernimmt, üben in den Familien heute wie damals häufig die Großeltern aus. Es ist also kein neues Phänomen. Die ältere Generation hat mit ihrer Lebenserfahrung oft einen anderen Blick auf die Ereignisse und die Menschen. Gelassenheit und Geduld gehört dazu, aber auch mahnende Worte, wie wir sie in diesen Tagen rund um das Gedenken der Befreiung des KZs Auschwitz von den Überlebenden hören. Sie lassen sich in Dienst nehmen, damit die Welt wach bleibt. Nie wieder darf es zu einem solchen Verbrechen kommen. Hannah und Simeon lassen sich in den Dienst nehmen.

In den Gemeinden der Pfarrei gibt es viele Menschen, die einen Dienst tun an ganz unterschiedlichen Stellen. Alle ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind heute Abend zu einem Dankeschön in das Augustinushaus eingeladen. Es ist schön zu sehen, wie viele sich engagieren. Danke, dass es Sie alle gibt.


Monika Koß, Gemeindereferentin

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