Stummfilm trifft Orgel
Herzliche Einladung zu einem ungewöhnlichen Konzert: Am 20.9. um 16 Uhr spielt Marius Beckmann, Organist in Dingelstädt und Mühlhausen, Orgelklänge zu Buster Keatons Stummfilm „Verflixte Gastfreundschaft“ aus dem Jahr 1923. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten!
Kommen Sie am 20.9. um 16 Uhr in die Propsteikirche, wo Marius Beckmann, Organist in Dingelstädt und Mühlhausen, Orgelklänge zu Buster Keatons Stummfilm „Verflixte Gastfreundschaft“ aus dem Jahr 1923 spielt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten!
Über den Film:
Amerika im 19. Jahrhundert: Unbedarft reist der junge William McCoy in die Heimat seiner Eltern, um dort ein Erbe anzutreten. Er weiß nicht, dass seine Familie und die Familie Canfield einst eine blutige Fehde austrugen, und die Canfields weiter auf Rache sinnen. Er weiß auch nicht, dass die junge Virginia, die im Zugwaggon neben ihm sitzt und in die er sich verliebt, die Tochter gerade dieser Canfields ist. Und so muss sich William bald den Mordversuchen der waffenstarrenden Familie Canfield erwehren, ohne genau zu wissen, warum und weshalb. Er nutzt dafür Kopf, Beine und den Canfield'schen Ehrenkodex der Gastfreundschaft, dass sie ihren Gästen nichts zu Leide tun dürfen, solange sie sich in ihrem Haus befinden.
Mit VERFLIXTE GASTFREUNDSCHAFT (Our Hospitality, 1923) schuf Buster Keaton ein Meisterwerk der Stummfilmkomödie, in der poetische Bilder, halsbrecherische Artistik und ein einfallsreicher, hintergründiger Humor zusammenfließen. Damals neuartig für die Filmkomödie war Keatons Gedanke, der Glaubwürdigkeit wegen die Gags um eine teils auch ernste Handlung herumzubauen (statt wie damals oft üblich andersrum). Durch historische Kostüme und eine eigens gebaute, historisch authentische Lokomotive wird der Zuschauer in die amerikanischen Südstaaten um 1830 versetzt. Und spätestens wenn Keaton atemberaubende Stunts am Wasserfall macht, merkt man, dass man es hier mit einem der schönsten Vorläufer der Actionkomödie zu tun hat.
Buster Keaton (1895-1966) entstammte einer Artistenfamilie und drehte in den 1920er-Jahren seine wichtigsten Filme. Als Regisseur und Autor prägte er seine Filme auch hinter der Kamera, die oft lebensgefährlichen Stunts machte er selbst. Seine Filme weisen neben allen Slapstick auch einen beinahe philosophischen Humor auf. Mit stoischer Art und geometrischer Präzision bewegen sich seine Figuren durch absurde, gefährliche Situationen und eine von Maschinen geprägte Welt. In der Tonfilmzeit zunächst vergessen, wurde er in den 1950er- und 1960er-Jahren wiederentdeckt und steht heute neben Charlie Chaplin als brillantester Stummfilmkomiker Hollywoods.
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