Von Anfang an mitfeiern – ein Hinweis zur Heiligen Messe
Immer häufiger kommt es vor, dass Menschen erst sehr spät zur 10-Uhr-Messe in die Propsteikirche kommen und die Feier im Wesentlichen auf den Empfang der Kommunion verkürzen. Propst Markus Pottbäcker nimmt diese Beobachtung zum Anlass, Gedanken zur Bedeutung der Messfeier zu teilen und lädt dazu ein, die Eucharistie bewusst als zusammenhängende Feier von Wort und Sakrament mitzufeiern.
Jesus und McDonald’s
Ein ungewöhnlicher Titel – entstanden aus Beobachtungen während der Heiligen Messen in St. Augustinus.
Die besondere Lage unserer Kirche am zentralen Heinrich-König-Platz macht es leicht und barrierefrei möglich, die Kirche zu betreten. Viele Menschen nutzen diese Offenheit ganz spontan – zu allen Tageszeiten. Dafür sind wir dankbar, denn unsere Kirche steht allen offen, und jede und jeder ist herzlich willkommen.
Während der Heiligen Messen kommt es daher immer wieder vor, dass Menschen die Kirche betreten, sich umsehen oder eine Kerze anzünden, während im Inneren der Gottesdienst gefeiert wird. Zugleich lässt sich beobachten, dass auch regelmäßige Gottesdienstbesuchende immer häufiger erst verspätet zur Messe dazukommen.
An dieser Stelle möchte ich daher einen Gedanken zur Bedeutung der Heiligen Messe teilen:
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) hat die Liturgie bewusst als eine in sich geschlossene Feier verstanden. Seitdem wird die Messe in der jeweiligen Landessprache gefeiert, und ihr Mahlcharakter tritt deutlicher hervor. Die Eucharistie ist die Begegnung mit dem Wort Gottes und dem Sakrament – beides gehört untrennbar zusammen. Die einzelnen Teile der Messe bauen aufeinander auf und entfalten ihren Sinn erst im Zusammenhang des Ganzen.
Wenn wir sehr spät zur Heiligen Messe kommen, nehmen wir diesen inneren Zusammenhang nur noch teilweise wahr. Besonders dann, wenn jemand erst zur Gabenbereitung hinzukommt und direkt an der Kommunion teilnimmt, kann leicht der Eindruck entstehen, als ließe sich das Wesentliche der Messe auf einen einzelnen Moment verkürzen. Dieser Gedanke hat mich – mit einem Augenzwinkern – an die bekannte Fast-Food-Kette erinnert: als wäre die Kommunion nur ein schneller geistlicher Imbiss zwischendurch.
Dabei wissen wir: Die Sehnsucht nach der Eucharistie ist etwas Kostbares. Alle, die sie spüren, sind eingeladen, Christus zu empfangen. Zugleich kann es hilfreich sein, sich immer wieder bewusst zu machen, dass die Heilige Messe mehr ist als der Moment der Kommunion. Auch das Hören auf das Wort Gottes, das gemeinsame Beten und das Mitfeiern der ganzen Liturgie gehören wesentlich dazu.
Die Heilige Messe ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen – von der Eröffnung bis zum Segen. Wer diesen Weg von Anfang an mitgeht, kann die Feier in ihrer ganzen Tiefe erfahren.
Gott lässt sich nicht im Vorbeigehen verkosten. Wir laden herzlich dazu ein, die Heilige Messe – wo immer es möglich ist – von Beginn an mitzufeiern und sich bewusst Zeit für die ganze Feier der Begegnung mit Gottes Wort und dem Sakrament zu nehmen.
Titelbild © Markus Weinländer in Pfarrbriefservice.de
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