Der Wahrheit ins Auge sehen

Gemeinde St. Augustinus

Liebe Gemeinde,

„Man muss der Wahrheit ins Auge sehen.“ Das ist oft leichter gesagt als getan. Immer wieder gibt es die geschlossenen Augen, weil die Wirklichkeit zu hart ist oder aber weil der Schein trügt.

Das, was wir sehen, ist leider oft nur die halbe Wahrheit.

Wenn es um die Wahrheit des eigenen Lebens geht, ist längst nicht gesagt, dass man diese ungeschminkt sehen und schließlich sogar akzeptieren will. Manch einer verschließt dann lieber die Augen. Zu schmerzhaft ist diese Wahrheit. Zu viel Kraft erfordert es, ihr standzuhalten.
Die Frau im heutigen Evangelium (Johannesevangelium 4,5-42) akzeptiert sie: Fünf Männer hat sie gehabt und der Jetzige ist nicht ihr Mann. Was auch immer das genau heißen mag. Wir wissen es nicht – können es nur vermuten.
Indem jedoch die Frau ihre Lebenswirklichkeit ungeschönt anschaut, gesteht sie sich und Jesus ein, dass ihr Leben nicht dem ursprünglichen Schöpfungswillen Gottes entspricht. Denn ihm zufolge sollen sich Mann und Frau liebevoll erkennen. Wobei dieses Erkennen biblisch ganzheitlich gemeint ist. Die Partner sollen sich bis in ihr tiefstes Sein hinein verstehen und anerkennen. Sie sollen sich wechselseitig unterstützen und eine verlässliche Lebensgemeinschaft bilden. –
Eine solche Partnerschaft ist zweifellos die tiefste Sehnsucht jedes Menschen.
Wenn Christus einen jeden von uns anschaut, dann sieht es uns ganzheitlich. Das Angebot seiner Partnerschaft ist uns gegeben.

Ihr Pastor Mirco Quint.

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