Himmlische Wirklichkeit mitten im Leben

Gemeinde St. Augustinus

Liebe Gemeinde,

auf dem Berg ist der Himmel etwas näher. Diese Erfahrung machen im heutigen Evangelium (Matthäusevangelium 17,1-9) Jesus und seine Jünger in einer schwierigen Zeit, in der Jesus mit seiner Botschaft aneckt und es nicht mehr lange dauern wird, bis er festgenommen und gekreuzigt wird.

Jesus leuchtet wie die Sonne und seine Kleider sind weiß wie das Licht. Die Szene ist hell und beinahe blendend.
Die Jünger wissen nicht so recht, wie ihnen geschieht. Sie wollen zunächst Hütten bauen, um das Besondere des Augenblicks festzuhalten, den sie da erleben. Dann bekommen sie Angst, fallen auf die Knie und bedecken ihr Gesicht. Gottesfurcht ist eine Grundhaltung des antiken Menschen.
Der Furcht wird in diesem Evangeliumsabschnitt der Zuspruch der Stimme aus der Wolke gegenübergestellt: „Das ist mein geliebter Sohn“. Ein Bergerlebnis inmitten einer schwierigen Zeit kann stärkend sein. Der Zuspruch von Gottes Zuwendung, dass der Himmel im Leben erfahrbar ist, gilt zunächst für die Jünger damals, dann für alle, auch für uns heute.
Manchmal ist es nötig, auf einen Berg zu steigen; das geht auch im übertragenen Sinn: Abstand und Rückzug helfen, einen anderen Blick zu finden und so mitten im Leben dem Himmel nahe zu sein. Abstand und Rückzug – zwei Möglichkeiten des Fastens.

Ihr Pastor Mirco Quint.

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