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Pfarrei | #mitteilung

Aus Deutschlands größter Pfarrei in die kleinste des Bistums Essen

Seelsorgerin Eva Müller wechselt aus der Propsteipfarrei St. Augustinus nach Altena-Nachrodt-Wiblingwerde. Heute um 18 Uhr wird sie in der Abendmesse verabschiedet.

Dieser Unterschied wird spürbar sein: aus einer Pfarrei mit über 30.000 Mitgliedern in eine mit rund 5000 Mitgliedern zu wechseln. Und nicht nur diese Zahlen ändern sich im großen Maßstab: Wo zuvor täglich 150km mit dem Auto zurückgelegt werden mussten, sind es künftig nur noch um die 30km.

Doch von vorn: Seit acht Jahren ist Eva Müller als Gemeindereferentin in Gelsenkirchen tätig. 2016 wechselte sie von ihrem Wohnort Lüdenscheid, wo sie zuletzt als Kreisjugendseelsorgerin gearbeitet hatte, in die Stadt an der Emscher. Und eigentlich wollte sie auch hierher umziehen, doch dann waren die Wurzeln in Lüdenscheid zu stark. Seitdem pendelt sie die Strecke mehrmals pro Woche. Als ich Eva bitte, für unser Gespräch einen Gegenstand mitzubringen, den sie mit ihrer Arbeit in Gelsenkirchen verbindet, rechne ich daher fast damit, dass sie ihre Autoschlüssel dabeihat.

Schwerpunkt Beerdigungsdienst

Stattdessen bringt sie ihr Aspergill mit, ein kleines, silbernes Röhrchen, mit dem man Weihwasser versprengen kann. Das braucht sie für den Beerdigungsdienst, der im Laufe der Jahre ein Schwerpunkt von ihr geworden ist und den sie auch auf keinen Fall missen möchte. Was ihr an diesem Dienst so gefällt? In einem Moment großer Not für Menschen da sein zu können, als „Seel-Sorgerin“ im Wortsinne für sie zu sorgen, finde sie erfüllend, sagt sie. „Die Verstorbenen brauchen mich nicht, um in den Himmel zu kommen. Ich bin für die da, die übrig geblieben sind.“ Und denen möchte sie über den Verlust, die Trauer und die Verunsicherung hinweghelfen. 

Arbeit mit jungen Menschen: Schulgottesdienste und Kommunionvorbereitung

Neben den Beerdigungen kam sie auch regelmäßig mit einer ganz anderen Altersgruppe in Kontakt: In der katholischen Don-Bosco-Schule hat sie die Gottesdienste verantwortet und feierte wöchentlich mit jeweils einer Jahrgangsstufe Gottesdienst. So konnte sie die Kinder über einen langen Zeitraum kennenlernen und begleiten. Das gilt auch für die Kommunionvorbereitung, für die sie in den nördlichen Stadtgebieten der Pfarrei zuständig war. „Die Zusammenarbeit mit Eltern, Kindern und Katechet:innen hat mir immer viel Spaß gemacht“, sagt sie.

Neue Aufgaben und Herausforderungen

Und diese Erfahrung mit verschiedenen Altersgruppen wird sie jetzt noch einmal ausbauen: „In Altena-Nachrodt-Wiblingwerde werde ich neben der Firmvorbereitung und Beerdigungen auch Taufen durchführen“, freut sie sich. Die Fortbildung als „außerordentliche Taufspenderin“ ist schon terminiert. Denn in St. Matthäus wird sie Teil eines reinen Frauenteams aus Pfarreileiterin, Verwaltungsleiterin, Organistin, Pfarrsekretärin, Pastoralassistentin und ihr als Gemeindereferentin. Da es lediglich einen moderierenden Priester in der Pfarrei gibt, muss vieles neu gedacht und ausprobiert werden. „Darauf bin ich sehr gespannt.“

Abschied und Ausblick

Dass sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht, hat sie bereits selbst gesagt. Auf die Frage, was sie an Gelsenkirchen vermissen wird, nennt sie die ruhrpöttische, direkte Art, die Offenheit, mit der die Menschen sich hier begegnen. Dann seufzt sie laut. „Ach, ich nehme so viele Sachen mit! Ich hatte hier eine total schöne Zeit und habe großartige Menschen kennengelernt.“

Das wünsche ich ihr im Namen der ganzen Pfarrei auch an ihrem neuen Wirkungsort: Eine total schöne Zeit und die Begegnung mit großartigen Menschen!


Text & Fotos: J.L Gutmann, Propsteipfarrei St. Augustinus

Nach acht Jahren in Gelsenkirchen verabschiedet sich Eva Müller aus der Propsteipfarrei. Sie geht "mit einem lachenden und einem weinenden Auge."
„Das brauche ich für die Beerdigungen“, erzählt sie. „Keine Beerdigung ohne Weihwasser.“ Deshalb habe sie das Aspergill immer im Auto, damit sie es auf keinen Fall vergesse.

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