...wir Christen vertreten eindeutig eine Minderheitsposition....

Gemeinde St. Augustinus

Liebe Pfarreimitglieder!

Finden Sie es nicht merkwürdig? Da sprechen wir Christen ganz selbstverständlich davon, dass es einen Gott gibt.

Und genauso selbstverständlich sagen wir, dass dieser Gott in unserer Welt, in unserer Zeit, ja in unsere eigenen Leben gegenwärtig ist und wirkt. Doch bei aller Selbstverständlichkeit übersehen wir oft, dass diese Sicht von einem großen Teil unserer Mitmenschen überhaupt nicht (mehr) geteilt wird. Ja, wir Christen vertreten eindeutig eine Minderheitsposition, wenn wir voller Gewissheit behaupten, Gott nehme Anteil an unserem Leben, er führe uns, er begleite und in schweren Stunden trage er uns sogar. Zweifellos sind das tröstende und aufbauende Glaubensbeteuerungen – aber bei vielen unserer Zeitgenossen stoßen sie auf skeptische oder gar taube Ohren. Die Botschaft hören sie wohl – allein, ihnen fehlt der Glaube.

Denn um glauben zu können, reichen den Zweiflern unsere „frommen“ Behauptungen, Bekenntnisse und Befindlichkeiten nicht aus. Ihnen sind Beteuerungen dieser Art schlicht zu schlicht. Stattdessen erwarten sie – vielleicht sogar mit Recht -, dass wir ihnen nachvollziehbare Gründe und Gewissheiten auf den Tisch legen, die es ihnen erst möglich machen, an den Gott zu glauben, von dem wir so sehr überzeugt sind.

Möglicherweise ist die aktuelle Lage ähnlich wie damals, zur Zeit des Wirkens des Heiligen Paulus und Jesus‘ selbst; das Evangelium des heutigen Sonntages gibt Einblick darin (Mt 18,21-35).

Wenn wir nicht wollen, dass unsere Gemeinden zu kleinen Bekenntnisgemeinschaften von Überzeugten zusammenschrumpfen oder – im schlimmsten Fall – ganz sterben, bleibt uns nur die Möglichkeit, aktiv und argumentativ für unseren Glauben einzutreten.
Ihr Pastor Mirco Quint.

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